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DAS BAUVORHABEN

Der Freistaat Bayern plant im Schlossensemble Nymphenburg einen Erweiterungsbau für das Museum Mensch und Natur zum Naturkundemuseum Bayern - BIOTOPIA.

Der Siegerentwurf des Realisierungswettbewerbs 2014 bricht laut Jury mit der „bis heute tradierten homogenen Fassadengestaltung des Schlosses“. Der geplante Neubau der Staab Architekten GmbH übernimmt nicht die Fassadengestaltung seiner Vorgängerbauten bzw. des südlichen Pendants (Schwaigebau).

Die Gesamtsymmetrie der Schlossanlage wird dadurch zerstört. Das Denkmalensemble Schloss Nymphenburg wird massiv beschädigt.

 

Eine ausführlichere Einführung ins Thema finden Sie hier: Kritische_Auseinandersetzung_Neubau_Schloss_Nymphenburg - PDF

 
 
Siegerentwurf: Modell des Neubaus (rötlich), © Staab Architekten Berlin 2014

Siegerentwurf: Modell des Neubaus (rötlich), © Staab Architekten Berlin 2014

 
 
 
 

DIE PROBLEMATIK

Die Entwürfe für den Neubau von BIOTOPIA im historischen Schlossensemble Nymphenburg lassen keine Bezüge zur bestehenden Fassadengestaltung erkennen. Das Preisgericht des Wettbewerbs urteilte 2014 wie folgt: „Der Bruch mit der bis heute tradierten homogenen Fassadengestaltung der Schlossanlage wird bewusst inszeniert.“

Beim Gesamtkomplex von Schloss Nymphenburg handelt es sich um das einzige noch erhaltene Ensemble des 18. Jahrhunderts in München. Die Fassaden von mehr als 600 Metern Gesamtlänge sind in ihrer Geschlossenheit einzigartig. Der geplante Neubau wird das Schlossensemble langfristig in seiner Außenwirkung beschädigen. Um den symmetrischen Gesamtaufbau von Schloss Nymphenburg zu bewahren, müssten daher Grundelemente der vorhandenen Architektur aufgenommen werden.

 

UNSER ZIEL

Wir fordern die Erhaltung des denkmalgeschützten Schlossensembles Nymphenburg! Ein Neubau im nördlichen Schlossbereich für BIOTOPIA muss sich in das bestehende Ensemble einfügen. Hierfür ist das südliche Gegenstück, die Schwaige, als Vorbild für den Museumsbau notwendig.

 
 
 
 
 

DAS SCHLOSSENSEMBLE

Die ehemalige Sommerresidenz der bayerischen Kurfürsten und Könige ist eine der größten Schlossanlagen Europas. Aus der ganzen Welt kommen Besucher, um den einzigartigen Charme dieses Ortes zu erleben. Nymphenburgs architektonischer Aufbau ist bedeutend.

Schloss Nymphenburg erstreckt sich von seinem zentralen Mittelbau spiegelbildlich nach Süden und Norden. Im Osten umfasst das Rondell das Schloss. Geschlossenheit und ein einheitliches Äußeres prägen das historische Ensemble, dessen Spannweite (632 m) selbst Versailles (460 m) übertrifft.

Architekt dieser einheitlichen Fassadengestaltung war Joseph Effner (1687-1745). Der in Frankreich geschulte Hofbaumeister entwarf 1716 das Gesamtkonzept, um für Kurfürst Max Emanuel von Bayern (1662-1726) eine Sommerresidenz ersten Rangs zu verwirklichen.

 
Foto: Hans Schürer, 1939

Foto: Hans Schürer, 1939

 
 
 
 

BEREITS 1939 ABGEBROCHEN: DER KAPUZINERBAU

Seit seiner Erbauung im Jahr 1718 wohnten im Nordflügel von Schloss Nymphenburg Kapuzinermönche, die den Messdienst versahen. Später kamen Augustiner Chorfrauen dazu, um die Mädchen zu unterrichten. Ab 1835 übernahmen die Englischen Fräulein diese Aufgabe. Die Ordensfrauen wurden durch die Nationalsozialisten 1937 enteignet, um im Nordflügel das Deutsche Jagdmuseum einzurichten. Für dessen zweiten Bauabschnitt wurde 1939 der Kapuzinerbau abgebrochen. Der Beginn des Zweiten Weltkriegs verhinderte die Realisierung der geplanten Baumaßnahme.

 
 
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DER DENKMALSCHUTZ

Gemäß Art. 141 II der Bayerischen Verfassung haben Staat, Gemeinden und Körperschaften des öffentlichen Rechts die Aufgabe, „Denkmäler der Kunst, der Geschichte und der Natur sowie die Landschaft zu schützen und zu pflegen [...]“.

Schloss Nymphenburg ist ein Architektur-, Kunst- und Gartendenkmal von europäischem Rang.

Die Gesamtanlage steht unter Ensembleschutz. Zudem sind die Gebäude des Schlosskomplexes gemäß Art. 1 Abs. 2 DSchG Einzelbaudenkmäler.

Bis Dezember 2016 war daher auch das Institutsgebäude an der Maria-Ward-Straße 1a als Baudenkmal in der Bayerischen Denkmalliste eingetragen. Das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege erklärte 2013 konträr zu diesem Eintrag, dass kein Schutz als Baudenkmal bestünde.

 

Genaueres zum Thema Denkmalschutz in Nymphenburg finden Sie hier: Ein_Baudenkmal - PDF

 

 

Inhalte mit freundlicher Unterstützung von http://gemeinsam-nymphenburg.de